Einspeisevergütung: 7 wichtige Fakten für Photovoltaik-Anlagen

Einspeisevergütung: 7 wichtige Fakten für Photovoltaik-Anlagen

Einspeisevergütung ist ein zentraler Begriff für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen. Sie beschreibt die Vergütung, die Anlagenbetreiber für Solarstrom erhalten, der nicht selbst verbraucht, sondern in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Besonders bei privaten und gewerblichen PV-Anlagen ist die Einspeisevergütung ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Gleichzeitig steht heute nicht mehr nur die Einspeisung im Vordergrund. Immer wichtiger wird der Eigenverbrauch, also die direkte Nutzung des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen Gebäude.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Einspeisevergütung?
  2. Warum gibt es die Einspeisevergütung?
  3. Teileinspeisung und Volleinspeisung
  4. Einspeisevergütung und Eigenverbrauch
  5. Welche Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit?
  6. Anmeldung, Netzbetreiber und Marktstammdatenregister
  7. Fazit: Einspeisevergütung richtig einordnen

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung ist eine gesetzlich geregelte Zahlung für Strom aus erneuerbaren Energien, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Bei Photovoltaik-Anlagen betrifft das den Solarstrom, der gerade nicht im eigenen Haushalt, Betrieb oder Gebäude genutzt wird.

Die Höhe der Vergütung hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme, der Anlagengröße und der Art der Einspeisung ab. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig Informationen zur EEG-Förderung und zu den Fördersätzen für Solaranlagen.

Warum gibt es die Einspeisevergütung?

Die Vergütung wurde eingeführt, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Sie schafft Planungssicherheit, weil Betreiber für eingespeisten Strom eine festgelegte Vergütung erhalten.

Dadurch wurde der Bau von Photovoltaik-Anlagen über viele Jahre attraktiver. Heute sind PV-Anlagen technisch ausgereift und wirtschaftlich häufig besonders interessant, wenn möglichst viel Solarstrom selbst genutzt wird. Trotzdem bleibt die Einspeisevergütung wichtig, weil nicht jede erzeugte Kilowattstunde direkt im Gebäude verbraucht werden kann.

Gerade an sonnigen Tagen produziert eine PV-Anlage oft mehr Strom, als im selben Moment benötigt wird. Dieser Überschuss kann ins Netz eingespeist und vergütet werden.

Teileinspeisung und Volleinspeisung

Bei Photovoltaik-Anlagen wird häufig zwischen Teileinspeisung und Volleinspeisung unterschieden.

Bei der Teileinspeisung wird ein Teil des Solarstroms direkt im Gebäude verbraucht. Nur der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Dieses Modell ist bei privaten PV-Anlagen besonders verbreitet, weil der Eigenverbrauch die Stromkosten senken kann.

Bei der Volleinspeisung wird der erzeugte Solarstrom vollständig in das Netz eingespeist. Dafür gelten in der Regel andere Vergütungssätze als bei der Teileinspeisung. Die Bundesnetzagentur unterscheidet bei Solaranlagen bis 100 kW zwischen regulären Fördersätzen für Teileinspeisung und erhöhten Fördersätzen für Volleinspeisung.

Einspeisevergütung und Eigenverbrauch

Die Vergütung ist nur ein Teil der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage. Mindestens genauso wichtig ist der Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Strom, der sonst aus dem Netz gekauft werden müsste.

Da der Strompreis für Netzstrom meist höher ist als die Zahlung für eingespeisten Solarstrom, ist ein hoher Eigenverbrauch oft besonders attraktiv. Deshalb werden PV-Anlagen heute häufig mit Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe oder Energiemanagement kombiniert.

Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und später nutzbar machen. Dadurch sinkt die eingespeiste Strommenge, während der Eigenverbrauch steigt.

Welche Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit?

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt nicht allein von der Einspeisevergütung ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Wichtige Einflussgrößen sind:

  • Anschaffungskosten der PV-Anlage
  • jährlicher Solarstromertrag
  • Stromverbrauch im Gebäude
  • Eigenverbrauchsquote
  • Höhe der Einspeisevergütung
  • Strompreis für Netzbezug
  • Batteriespeicher, Wallbox oder Wärmepumpe
  • Qualität der technischen Planung

Eine größere PV-Anlage kann sinnvoll sein, wenn künftig zusätzliche Verbraucher hinzukommen. Dazu zählen zum Beispiel Elektroauto, Wärmepumpe oder Klimatisierung. Gleichzeitig sollte die Anlage so geplant werden, dass möglichst viel Strom sinnvoll genutzt werden kann.

Anmeldung, Netzbetreiber und Marktstammdatenregister

Damit eine PV-Anlage Strom einspeisen und eine Vergütung erhalten kann, müssen technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören unter anderem die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister.

Der Netzbetreiber prüft, ob die Anlage an das Netz angeschlossen werden kann und welches Messkonzept erforderlich ist. Außerdem muss der erzeugte und eingespeiste Strom korrekt erfasst werden.

Auch Änderungen an bestehenden Anlagen, etwa durch Speicher, Erweiterung oder Wechselrichtertausch, sollten sauber geprüft und angemeldet werden.

Einspeisevergütung bei bestehenden PV-Anlagen

Bei bestehenden PV-Anlagen bleibt die einmal festgelegte Vergütung in der Regel für den vorgesehenen Förderzeitraum bestehen. Für neue Anlagen gelten dagegen die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültigen Vergütungssätze.

Deshalb ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme wichtig. Wer eine PV-Anlage plant, sollte die aktuellen Konditionen prüfen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht nur auf alte Vergütungssätze stützen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich die Einspeisevergütung halbjährlich ändern kann.

7 wichtige Fakten zur Einspeisevergütung

  1. Die Vergütung gilt für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
  2. Die Höhe hängt unter anderem von Inbetriebnahme, Anlagengröße und Einspeiseart ab.
  3. Bei Teileinspeisung wird Solarstrom zuerst selbst genutzt und nur der Überschuss eingespeist.
  4. Bei Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz abgegeben.
  5. Eigenverbrauch ist oft wirtschaftlich besonders wichtig.
  6. Batteriespeicher und Wallbox können den Eigenverbrauch erhöhen.
  7. Anmeldung, Zählerkonzept und Registrierung müssen sauber umgesetzt werden.

Fazit: Einspeisevergütung bleibt wichtig, aber Eigenverbrauch wird entscheidender

Die Einspeisevergütung ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen. Sie sorgt dafür, dass überschüssiger Solarstrom nicht ungenutzt bleibt, sondern ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet werden kann.

Trotzdem sollte eine PV-Anlage heute nicht nur auf Einspeisung ausgelegt werden. In vielen Fällen ist es wirtschaftlich sinnvoll, möglichst viel Solarstrom direkt selbst zu verbrauchen. Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe und Energiemanagement können dabei helfen.

Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, sollte deshalb Einspeisevergütung, Eigenverbrauch, Strompreis, Anlagengröße und zukünftige Verbraucher gemeinsam betrachten. So entsteht eine Anlage, die technisch sinnvoll geplant ist und langfristig wirtschaftlich arbeitet.

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