SolarEdge Nexis ist die neue Generation der SolarEdge-Systemtechnik für private Photovoltaikanlagen. Die Plattform verbindet einen leistungsstarken Hybridwechselrichter, einen modular erweiterbaren Batteriespeicher, Ersatzstromversorgung und intelligentes Energiemanagement zu einer gemeinsamen Lösung.
Das System richtet sich besonders an Haushalte, die ihre Photovoltaikanlage nicht nur für die heutige Stromversorgung planen. SolarEdge Nexis kann mit dem zukünftigen Energiebedarf wachsen – etwa beim späteren Einbau einer Wärmepumpe, einer Wallbox oder zusätzlicher Speicherkapazität.
In diesem Beitrag erklären wir, wie SolarEdge Nexis funktioniert, welche Komponenten dazugehören und welche Vorteile die neue PV- und Speicherlösung bietet.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist SolarEdge Nexis?
- Wie funktioniert das System?
- Die sieben wichtigsten Vorteile
- Der neue SolarEdge-Nexis-Wechselrichter
- Die modulare SolarEdge-Nexis-Batterie
- Ersatzstrom für das gesamte Haus
- Sicherheit und Anlagenüberwachung
- Für wen eignet sich SolarEdge Nexis?
- Planung und Installation
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Was ist SolarEdge Nexis?
SolarEdge Nexis ist eine integrierte Solar-plus-Speicher-Plattform für Eigenheime. Im Mittelpunkt steht ein dreiphasiger Wechselrichter, der die Stromerzeugung der Photovoltaikanlage, die Speicherung überschüssiger Energie und auf Wunsch auch die Ersatzstromversorgung steuert.
Der dreiphasige SolarEdge-Nexis-Wechselrichter deckt nach Angaben des Herstellers einen Leistungsbereich von 8 bis 20 kW ab. Die dazugehörige Batterie lässt sich innerhalb eines Speicherstapels modular von rund 5 bis 20 kWh erweitern. Mehrere Speicherstapel können mit einem Wechselrichter kombiniert werden.
Dadurch kann SolarEdge Nexis sowohl für kleinere Einfamilienhäuser als auch für Gebäude mit höherem Strombedarf eingesetzt werden. Die Anlage lässt sich beispielsweise auf den zusätzlichen Verbrauch einer Wärmepumpe, eines Elektroautos oder weiterer elektrischer Verbraucher vorbereiten.
Wie funktioniert SolarEdge Nexis?
Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom, der von den SolarEdge-Leistungsoptimierern auf Modulebene geregelt wird. Anschließend verarbeitet der SolarEdge-Nexis-Wechselrichter die Energie und stellt sie für den Haushalt, den Batteriespeicher oder das öffentliche Stromnetz zur Verfügung.
Das System kann grundsätzlich folgende Komponenten miteinander verbinden:
- Solarmodule,
- SolarEdge-Leistungsoptimierer,
- SolarEdge-Nexis-Wechselrichter,
- SolarEdge-Nexis-Batterie,
- Backup Interface,
- Energiezähler,
- Wallbox und weitere kompatible Energieverbraucher.
Über die mySolarEdge-App können Anlagenbetreiber Stromerzeugung, Verbrauch, Einspeisung und Batterieladestand überwachen. SolarEdge beschreibt Nexis als Teil eines gemeinsamen Ökosystems aus Photovoltaik, Speicher, Ersatzstrom, Ladetechnik und intelligenten Energiegeräten.
7 starke Vorteile von SolarEdge Nexis
1. Ein Wechselrichter für unterschiedliche Anlagengrößen
Ein wesentliches Merkmal von SolarEdge Nexis ist das sogenannte MultiRange-Konzept. Ein Wechselrichtermodell kann für unterschiedliche Leistungsklassen eingesetzt und passend zur jeweiligen Anlage konfiguriert werden.
Der dreiphasige Wechselrichter deckt einen Bereich von 8 bis 20 kW ab. Dadurch kann die Systemplanung vereinfacht werden. Gleichzeitig bleibt die Lösung flexibel, falls sich die Anforderungen während der Planung verändern.
2. Modular erweiterbarer Batteriespeicher
Die SolarEdge-Nexis-Batterie besteht aus einzelnen Speicherblöcken. Pro Speicherstapel können ein bis vier Blöcke kombiniert werden. So lässt sich die Kapazität ungefähr von 5 auf 20 kWh erweitern.
Nach Herstellerangaben können bis zu vier Speicherstapel an einem Wechselrichter betrieben werden. Damit ist bei entsprechenden Systemvoraussetzungen eine Gesamtkapazität von bis zu rund 80 kWh möglich.
Der Speicher kann daher zunächst passend zum aktuellen Verbrauch dimensioniert und später erweitert werden. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn erst zu einem späteren Zeitpunkt ein Elektrofahrzeug oder eine Wärmepumpe hinzukommt.
3. Hohe Leistung für moderne Haushalte
SolarEdge Nexis wurde für Haushalte mit einem hohen elektrischen Leistungsbedarf entwickelt. Der Wechselrichter ist in Leistungsklassen bis 20 kW vorgesehen.
Die Batterie kann laut SolarEdge eine hohe Ladeleistung bereitstellen. Dadurch soll das System auch leistungsstarke Verbraucher versorgen und größere Energiemengen schnell aufnehmen können. SolarEdge nennt für die Batterie eine maximale Ladeleistung von bis zu 28 kW, wobei die tatsächlich nutzbare Leistung von der jeweiligen Systemkonfiguration abhängt.
4. Ersatzstrom für das gesamte Haus
In Verbindung mit dem passenden Backup Interface kann SolarEdge Nexis bei einem Stromausfall ausgewählte Verbraucher oder – bei entsprechender Anlagenplanung – das gesamte Haus versorgen.
SolarEdge gibt für das dreiphasige System eine Ersatzstromleistung von bis zu 20 kW an. Ob tatsächlich das gesamte Gebäude im Ersatzstrombetrieb versorgt werden kann, hängt jedoch von der Wechselrichterleistung, der Batteriekonfiguration, den angeschlossenen Lasten und der elektrischen Installation ab.
Eine fachgerechte Planung ist deshalb besonders wichtig. Große Verbraucher wie Wärmepumpen, Durchlauferhitzer oder Wallboxen müssen bei der Auslegung gesondert berücksichtigt werden.
5. Optimierung auf Batterieblockebene
Jeder Batterieblock verfügt nach Herstellerangaben über einen eigenen Batterieoptimierer. Dadurch können die einzelnen Blöcke unabhängig voneinander überwacht und gesteuert werden.
SolarEdge beschreibt unter anderem folgende Vorteile:
- separates Management der Speicherblöcke,
- verbessertes Temperaturmanagement,
- Weiterbetrieb bei einem fehlerhaften Block,
- Kombination älterer und neuerer Speicherblöcke,
- automatische Neukalibrierung des Gesamtsystems.
Das kann die Erweiterung eines bestehenden Speichers erleichtern und die Nutzbarkeit des Systems langfristig verbessern.
6. Platzsparende und flexible Installation
Die einzelnen Batterieblöcke sind laut SolarEdge nur 194 mm tief und können sowohl stehend als auch an der Wand montiert werden. Die Installation ist im Innen- oder Außenbereich vorgesehen, sofern die jeweiligen Herstellervorgaben eingehalten werden.
Mit der Simple-Click-Architektur werden die Batterieblöcke aufeinander gesetzt, mechanisch verbunden und anschließend an der Wand gesichert. Eine separate Verkabelung zwischen den einzelnen Blöcken soll dadurch entfallen.
Die schlanke Bauform kann insbesondere in Technikräumen, Garagen oder schmalen Installationsbereichen von Vorteil sein.
7. Integriertes Energiemanagement
SolarEdge Nexis betrachtet nicht nur die Photovoltaikanlage und den Batteriespeicher. Das System ist als gemeinsame Energieplattform für das Gebäude konzipiert.
Über die SolarEdge-Systemtechnik können Solarstromerzeugung, Speicherbetrieb, Hausverbrauch, Wallbox und weitere kompatible Verbraucher aufeinander abgestimmt werden. SolarEdge nennt außerdem eine Optimierung anhand zeitabhängiger und dynamischer Stromtarife.
Dadurch kann überschüssiger Solarstrom bevorzugt im eigenen Gebäude genutzt werden. Bei passenden technischen und tariflichen Voraussetzungen kann das System zusätzlich günstige Strompreiszeiten berücksichtigen.
Der neue SolarEdge-Nexis-Wechselrichter
Der Wechselrichter ist die zentrale Steuereinheit der Anlage. Er wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in nutzbaren Wechselstrom um und steuert zugleich den Energieaustausch mit der Batterie.
SolarEdge Nexis ist für dreiphasige Hausanschlüsse ausgelegt und kann abhängig von der Konfiguration mit unterschiedlichen Nennleistungen betrieben werden. Der Hersteller hebt außerdem einen hohen Wirkungsgrad auch bei niedrigen Leistungen hervor. Das ist relevant, weil Photovoltaikanlagen einen erheblichen Teil des Jahres nicht dauerhaft unter Volllast arbeiten.
Die flexible Leistungskonfiguration soll außerdem Lagerhaltung, Planung und spätere Anpassungen vereinfachen.
Die modulare SolarEdge-Nexis-Batterie
Die Batterie speichert den Solarstrom, der während des Tages nicht unmittelbar im Haushalt verbraucht wird. Die Energie kann anschließend am Abend, in der Nacht oder bei einem Stromausfall genutzt werden.
Ein Speicherstapel besteht aus bis zu vier Batterieblöcken. Durch den modularen Aufbau muss die endgültige Speichergröße nicht zwingend bereits bei der Erstinstallation feststehen.
Eine Erweiterung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:
- der Stromverbrauch steigt,
- eine Wärmepumpe installiert wird,
- ein Elektroauto hinzukommt,
- mehr Ersatzstromreserve gewünscht wird,
- der Eigenverbrauch weiter erhöht werden soll.
Die richtige Speichergröße sollte trotzdem auf Grundlage des Stromverbrauchs, der PV-Leistung und des individuellen Lastprofils ermittelt werden. Ein möglichst großer Batteriespeicher ist nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung.
SolarEdge Nexis und Sicherheit
SolarEdge Nexis baut auf der modulbasierten SolarEdge-Systemarchitektur auf. Die Leistungsoptimierer ermöglichen die Überwachung jedes einzelnen Solarmoduls.
Zusätzlich verfügt die Nexis-Batterie über Schutzmechanismen auf Zell-, Block- und Stapelebene. SolarEdge nennt dabei die ThermoShield-Technologie, die eine thermische Ausbreitung zwischen den Batteriezellen verhindern soll. Der Hersteller verweist in diesem Zusammenhang auf Prüfungen nach UL 9540A.
Zu einem sicheren Gesamtsystem gehören jedoch nicht nur die Produktfunktionen. Ebenso entscheidend sind:
- eine fachgerechte Anlagenplanung,
- die Einhaltung der Installationsvorgaben,
- geeignete Aufstellbedingungen,
- korrekt ausgelegte Schutztechnik,
- eine fachgerechte elektrische Installation,
- die regelmäßige Anlagenüberwachung.
Für wen eignet sich SolarEdge Nexis?
SolarEdge Nexis eignet sich besonders für Eigentümer, die eine flexible und erweiterbare Photovoltaikanlage wünschen.
Interessant ist das System insbesondere für Gebäude mit:
- einem hohen Haushaltsstromverbrauch,
- einer Wärmepumpe,
- einem oder mehreren Elektrofahrzeugen,
- einer größeren Photovoltaikanlage,
- erhöhtem Ersatzstrombedarf,
- dem Wunsch nach späterer Speichererweiterung.
Auch für Neubauten kann die Plattform sinnvoll sein, weil zukünftige Verbraucher bereits bei der Planung berücksichtigt werden können.
Bei kleineren Anlagen ohne Batteriespeicher oder Ersatzstromanforderung sollte dagegen geprüft werden, ob der Funktionsumfang benötigt wird oder eine einfachere Anlagenkonfiguration wirtschaftlicher ist.
Planung und Installation von SolarEdge Nexis
Die Planung sollte nicht allein anhand der maximal verfügbaren Leistung erfolgen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Komponenten.
Vor der Installation sind unter anderem folgende Punkte zu prüfen:
- nutzbare Dachfläche und mögliche PV-Leistung,
- jährlicher Stromverbrauch und Lastprofil,
- geplanter Verbrauch durch Wärmepumpe und Elektroauto,
- gewünschte Speicherkapazität,
- benötigte Ersatzstromleistung,
- Zustand und Aufbau des Zählerschranks,
- Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers,
- Aufstellort von Wechselrichter und Batterie.
Da es sich um eine neue Produktgeneration handelt, sollten außerdem die aktuelle Lieferbarkeit, die freigegebenen Ländervarianten und die unterstützten Systemkombinationen vor Vertragsabschluss geprüft werden. SolarEdge hat die dreiphasige Lösung für Europa vorgestellt; weitere Nexis-Varianten befinden sich je nach Markt und Ausführung in unterschiedlichen Einführungsphasen.
Was ist der Unterschied zwischen SolarEdge Home und SolarEdge Nexis?
SolarEdge Nexis ist die neue Generation der Solar-plus-Speicher-Lösung für Wohngebäude. Das System bietet einen neuen Wechselrichter, einen stark modularisierten Batteriespeicher und eine vereinfachte Systemarchitektur. Welche SolarEdge-Home-Komponenten weiterhin kompatibel sind, muss anhand der jeweils freigegebenen Systemkonfiguration geprüft werden.
Wie groß ist der SolarEdge-Nexis-Speicher?
Ein Speicherstapel kann ungefähr 5 bis 20 kWh Kapazität bereitstellen. Durch mehrere Speicherstapel sind nach Herstellerangaben Gesamtkapazitäten von bis zu rund 80 kWh pro Wechselrichter vorgesehen.
Kann SolarEdge Nexis das ganze Haus mit Ersatzstrom versorgen?
Grundsätzlich ist eine vollständige Hausversorgung mit bis zu 20 kW Ersatzstromleistung vorgesehen. Die konkrete Umsetzung hängt jedoch von der Anlagengröße, der Batterie, dem Backup Interface und den vorhandenen Verbrauchern ab.
Kann die Batterie später erweitert werden?
Der modulare Aufbau ist ausdrücklich auf eine spätere Erweiterung ausgelegt. SolarEdge gibt außerdem an, dass ältere und neuere Batterieblöcke miteinander kombiniert und automatisch neu kalibriert werden können.
Funktioniert SolarEdge Nexis mit einer Wallbox?
SolarEdge positioniert Nexis als Teil eines gemeinsamen Energiesystems aus Photovoltaik, Batterie, Ersatzstrom, Ladestation und intelligenten Verbrauchern. Welche Wallboxen und Funktionen im konkreten Markt freigegeben sind, sollte vor der Installation geprüft werden.
Fazit: SolarEdge Nexis als zukunftsfähige Energielösung
SolarEdge Nexis verbindet Photovoltaik, einen modularen Batteriespeicher, eine leistungsstarke Ersatzstromversorgung und intelligentes Energiemanagement in einem gemeinsamen System.
Besonders interessant ist die Plattform für Haushalte, deren Energiebedarf künftig steigen kann. Der Speicher lässt sich schrittweise erweitern, während der Wechselrichter unterschiedliche Leistungsklassen abdeckt. Damit kann die Anlage an neue Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto angepasst werden.
Ob SolarEdge Nexis für ein bestimmtes Gebäude die richtige Lösung ist, hängt von der Dachfläche, dem Stromverbrauch, dem gewünschten Ersatzstromumfang und den wirtschaftlichen Zielen ab. Eine individuelle Planung stellt sicher, dass Wechselrichter, Speicher und Photovoltaikleistung sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
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